Lehren mal anders – und ob das Spaß und Freude machen kann

Ich fand es bei meinen Kids immer besser und auch praktischer ihnen zu zeigen wie Dinge funktionieren anstatt ihnen den Umgang damit zu verbieten. Sie waren daher schwer beleidigt, dass es ihnen im Kindergarten, sie waren damals jeweils 3 bis 4 Jahre alt, verboten war eine Schere zu benutzen oder mit einem Messer Gemüse zu schneiden. In dem Alter konnten sie mit solchen Dingen des täglichen Bedarfs prima umgehen. Sicher hat es mich Zeit gekostet es ihnen beizubringen und ihnen auch klar zu machen was man damit darf und was nicht aber auf lange Sicht gesehen war es ein Gewinn für alle.
Und genau in diesem Sinne stell ich mir meine Traumschule vor. Man sollte Kinder nicht unterschätzen, ihnen mehr zuzutrauen wäre ein Schritt in, meines Erachtens, die richtige Richtung.
Man lernt leichter wenn man die Inhalte versteht und nachvollziehen kann. Auch ist die Verbindung des Gelernten zum Alltag sehr hilfreich. Überlegen wir mal, wie lernen Kinder bis zu dem Zeitpunkt als sie in den Kindergarten kommen und da geh ich jetzt mal davon aus, dass sie dann so zwischen 2 und 3 Jahre alt sind. Sie lernen durch Beobachtung und durch Versuch und Irrtum. Sie drehen ein Puzzleteil so oft herum bis es passt. Je öfter sie das tun umso schneller erkennen sie mit einem Blick wie es eingefügt wird. Die Schleife zwischen Versuch – Irrtum – Versuch – Irrtum – Versuch – Erfolg wird immer kürzer. Ein Kind kann, völlig in sich versunken, gefühlte 100 mal Sand durch ein Sieb rieseln lassen, das ist Lernen in Reinkultur.
Weshalb glauben wir, dass ein Kind ab dem Kindergarten, spätestens aber ab der Schule jemanden braucht der vor ihm steht und ihm das Leben erklärt anstatt das Kind zu motivieren das Leben zu entdecken?
Das heißt für mich nicht das Kind sich selbst zu überlassen, sondern Möglichkeiten zu schaffen. Meine Traumschule wäre ein sicherer Ort an dem Kinder sich entfalten, ihre Kompetenzen kennen lernen, forschen können. Ein Ort wo Neugierde und Entdeckerdrang Basis für Entwicklung sind. Lehrer, Ausbilder und Betreuer fungieren als Begleiter, Erschaffer von Möglichkeiten und auch als sicherer Hafen.
Wär das nicht schön?
Alles Liebe
Moni&Michi